Gemeinsam in die zukünftige Kirchengemeinde

Ostern in St. Sebastian Ketsch

Ketsch: Mut zum Perspektivenwechsel bei den Österlichen Gottesdiensten in St. Sebastian! Ostern, das höchste Fest im Christentum, symbolisiert den Sieg des Lebens über den Tod, Hoffnung und Neuanfang. Zu vielfältig gestalteten Gottesdiensten, für Klein und Groß, waren die Gläubigen eingeladen.

Am Karfreitag, im Gedenken an Jesu‘ Leiden und Sterben, waren besonders Kinder eingeladen, mit Sigrun Gaa-deMür den Kreuzweg Jesu nachzugehen. Symbolisch gab es dazu Perlen, an einen Faden aufgereiht. Beginnend am Taufbecken zur Erinnerung an die Taufe und damit der Zugehörigkeit zu Jesus und der christlichen Gemeinschaft. Weiter ging’s zu den Stationen mit Verrat und Reue, dafür stehen Judas und Simon Petrus, eine schwarze Perle für die Kreuzigung – als Farbe der Trauer. Liebe und Leiden der Gottesmutter Maria mit roter Perle und grün für die Auferstehung! Dazu bekam jedes Kind noch einen Schmetterling zum Aufreihen für die Perlenschnur. Als Zeichen für Verwandlung – wenn aus einer Raupe so etwas Schönes, Buntes wird. Selbst auf Bildern vom Kreuzweg Jesu kann, je nach Gestaltung, ein Schmetterling zu finden sein, erklärt Gaa-deMür den staunenden Kindern zum Abschluss.
Die Karfreitagsliturgie am Nachmittag, zur überlieferten Todesstunde Jesu‘ ist immer geprägt von Stille, Trauer und Besinnung. Das Verlesen der Passionsgeschichte nach dem Evangelisten Johannes hält Leiden und Sterben Jesu  vor Augen und seine tiefe Verbundenheit zu Gott, seinem Vater. Traditionell dazu die musikalische Gestaltung der Kantorei Brühl/Ketsch mit einfühlsamen, getragenen Liedern, gesungen unter der Leitung von Hannah Lachnit.
Pfarrer Uwe Lüttinger griff in seiner Ansprache die letzten Worte der Passionsgeschichte auf „…und übergibt seinen Geist…“ mit der Überlegung, dass dies nicht als Opfer, sondern Hingabe an den göttlichen Vater und vor allem auch an uns Menschen zu sehen ist, als Hoffnung für die Welt.
Strahlende Freude dann am Ostersonntagmorgen in St. Sebastian.
Zu den Klängen der Orgel, gespielt von Gabi Weißmann, zogen Pater Kurian Thomas und Diakon Heiko Wunderling mit einer Schar Ministranten feierlich in die Kirche ein.
„Christus ist wahrhaftig auferstanden! Mit diesem österlichen Gruß möchte ich unseren Gottesdienst beginnen. Diese Zusage soll diesen Tag, die nächsten 50 Tage, ja unser ganzes Leben prägen.“ Pater Kurian Thomas holte damit die Besucher der feierlichen Messfeier in die Osterfreude mit hinein.
Einen Wechsel der Perspektiven hielt Diakon Heiko Wunderling mit seiner Predigt den Zuhörern vor Augen. Die Ansprache des Auferstandenen – im Johannesevangelium – an Maria, die zunächst, gefangen in ihrer Trauer, nicht ihren Sohn erkennt. Erst auf den zweiten Blick nimmt sie dessen Offenbarung wahr.
„Sich der Notwendigkeit des zweiten Blicks bewusst zu werden, fällt uns oftmals schwer. Wir sind gefangen in Vorgaben und Erfahrungen und schließen dann darauf, wie sich Zukünftiges verhält.“ Und doch braucht es den zweiten Blick für einen Perspektivenwechsel, um möglicherweise die Augen zu öffnen, wie bei Maria.
Übertragen auf uns Menschen im Hier und Heute – es verlangt uns die Bereitschaft ab, das Leben immer wieder neu zu lernen und in Angriff zu nehmen. Auch darin liegt Auferstehung – die eigentliche Kraft zu Ostern!
Auch wir sollen immer wieder „neu auferstehen“ – als wahres Geschenk, das uns Jesus gemacht hat.
Marianne Faulhaber