Gemeinsam in die zukünftige Kirchengemeinde

Ostern in Brühl und Brühl-Rohrhof

Brühl: Ostern – Booster für das Leben - "eine Auffrischung, ein neuer Antrieb! Einfach Lebensfreude! Die Macht des Todes ist besiegt – Halleluja!". Das tragische Geschehen um Ostern, dem größten christlichen Fest, spiegelten die feierliche Gottesdienste in  Hl. Schutzengel Brühl und St. Michael Rohrhof wider.

Als ein zentraler Tag der Karwoche gilt der Gründonnerstag, an dem Christen das Letzte Abendmahl Jesu mit seinen Jüngern feiern. Es markiert den Beginn des Leidensweges Jesu, beinhaltet die Einsetzung der Eucharistie (Abendmahl) sowie die Fußwaschung als Zeichen der Nächstenliebe. 
„Heute Abend kniet die Liebe nieder, nicht Macht und Erfolg. Vor staubigen Füßen, vor Angst und vor einer Nacht, die dunkel wird mit verzweifelter Vorahnung!“ Pfarrer Uwe Lüttinger betont in der Messfeier die Zumutung dieses Abends, die Hingabe Jesu mit Treue bis zum Äußersten. „Wacht und betet“ im Gedenken an die Nacht am Ölberg endete der Gottesdienst mit dem Gebet in die Nacht – in tiefem Gedächtnis an Jesus‘ letzte Stunden.
Zum Kinderkreuzweg am Karfreitagmorgen ließ ein szenisches Spiel die Ereignisse des Karfreitags lebendig werden. Traditionell liegt die Gestaltung dazu beim Kinderchor Brühl mit Moni Zorn und Doris Siebert sowie Nathalie Wunderling. In verschiedene Rollen eingetaucht, geben Kinder und Erwachsene ausführlich das Geschehen im Freien um das Pfarrzentrum und in der Kirche wider und ziehen damit die Besucher in ihren Bann. Die Passionsgeschichte mit ihren Stationen wird lebendig und zutiefst ernst nachgespielt. Begleitet von den Liedversen des Kinderchores waren am Ende alle eingeladen, am niedergelegten Kreuz vor dem Altar Papierblüten abzulegen – als Zeichen für Hoffnung und Leben.
Das Osterfeuer vor dem Hauptportal der Kirche am Samstagabend zieht immer wieder neu die Gläubigen in seinen Bann. Unter den Klängen der Musikgruppe 4tones segnete Pfarrer Lüttinger das Feuer und entzündete daran die Osterkerze. Gemeinsam mit Diakon Heiko Wunderling und vielen Ministranten hält dieses Licht dann Einzug in die dunkle Kirche und wird feierlich an die kleinen Kerzen der Besucher als „Licht Christi“ weitergegeben. „In dieser Nacht hören wir nicht einfach alte Texte. Wir hören unsere eigene Geschichte. Die Geschichte vom Chaos und von der Schöpfung, von Knechtschaft und Befreiung. Die Geschichte von einem Gott der zum Leben einlädt. Die Geschichte von Tod und Leben. Ostern wächst durch die Geschichte Gottes mit den Menschen: Durch Nacht, Wasser, Wüste, Tränen und Hoffnung – und am Ende durch ein leeres Grab.“ Die traditionellen Lesungstexte fanden damit ihre Einführung, bevor dann in der hell erleuchteten Kirche die Orgel zum freudigen Gloria erklang. Mit einer enthusiastischen Predigt voller Osterfreude begeisterte Pfarrer Lüttinger seine Zuhörer. „Ostern ist wie ein Booster, eine Auffrischung, ein neuer Antrieb – einfach Lebensfreude!“ Die Macht des Todes ist besiegt – Halleluja!
Die musikalische Gestaltung der nächtlichen Feier oblag in schönem Wechsel mit Frank Meiswinkel an der Orgel – und den Liedern der 4tones. Alte Osterlieder im Einklang zu modernem Liedgut.
„Eingeladen zum Fest des Glaubens“  waren die Gottesdienstbesucher am Ostermontag, freudig begrüßt vom Glückschor. An diesem Tag wird der Begegnung des auferstandenen Jesus mit seinen zweifelnden Jüngern auf dem Weg nach Emmaus gedacht.
Menschen unterwegs – die heilige Schrift erzählt von zwei Menschen – den beiden Jüngern – in Trauer versunken. Erst die Gemeinschaft mit Jesus und das abendliche Mahl mit ihm lässt sie erkennen, wer mit ihnen ist. Pfarrer Lüttingers Begrüßung verdeutlichte den Sinn des Ostermontags – als ein Tag der Hoffnung und Erkenntnis. Die musikalische Gestaltung mit Anja Gottstein und dem jugendlichen „Glückschor“ brachte frischen Wind in die Messfeier und mit der Ansprache von Diakon Heiko Wunderling wurde es dazu unterhaltsam. Ein Ratespiel - mittlerweile zur liebgewordenen Gewohnheit geworden – ersetzte teilweise die Predigt in Form des Ratespiels „Am Laufenden Band“. Natürlich mit Bezug zu dem biblischen Geschehen am Ostermontag und österlichen Bildern, dazu ganz viel Herz. Bei der Auslegung zu den Antworten blieb Diakon Wunderling beim „roten Faden“ der Messfeier.
Im Bezug auf die Emmaus-Jünger, die letztlich mit dem Herzen sehen, erging die Einladung an die Gottesdienstbesucher, es den Jüngern gleich zu tun. "Mit dem Blick des Herzens können wir Jesus in den Begegnungen mit unseren Mitmenschen immer wieder neu treffen – in österlicher Verbundenheit, das ganze Jahr über…“
Marianne Faulhaber