Hockenheimer Männer beteten für den Frieden
Hockenheim: Über 750 Männer kommen jährlich für eine Woche auf den Lindenberg. Diese Zeit ist für sie so wertvoll, dass viele schon mehrmals den Lindenberg aufsuchten. In der Woche vom 13.06. bis 20.06. waren nun die Hockenheimer Männer und eine Frau an der Reihe.
In der Woche vom 13.06. bis 20.06. waren nun die Hockenheimer Männer und eine Frau an der Reihe. Diese Woche ist ein Weg aus dem Alltagstrott, um in einer Gruppe von Gleichgesinnten zu sich selbst zu finden und in der Gegenwart Gottes zur Ruhe zu kommen - und sich dann mit neuer Kraft und mit Freude dem Alltag und seinen Herausforderungen zu stellen.
Man erinnert sich an das Psalmwort: "Seht, wie schön und wie gut es ist, wenn Brüder in Eintracht zusammen leben. Denn dort spendet der Herr Segen und Leben in Ewigkeit." (Psalm 133)
Das ist einfach in einer außergewöhnlich schönen Landschaft mit Blick auf den Feldberg, die Schwarzwaldberge und -täler ringsum. Das gelingt nicht zuletzt auch durch die tragende und inspirierende Kraft des Wallfahrtsortes und die gute Versorgung im Exerzitienhaus "Maria Lindenberg" tut das ihre dazu.
Die Tage auf den Lindenberg sind abwechslungsreich gestaltet
Mit dem geistlichen Leiter der Gebetswache, Rektor Albert Eckstein, erlebten die Männer gemeinsame Gottesdienste und thematische Gesprächsrunden. Er ist für die Teilnehmer immer ansprechbar und hat ein offenes Ohr für ihre Lebensfragen. Zur eucharistischen Anbetung sind Kleingruppen eingeteilt, damit zu jeder Stunde jemand vor dem Allerheiligsten verweilt. Neben den Stunden der Anbetung und des Gebetes bleibt genügend Zeit zur Erholung, für Gespräche und zur Begegnung. Diesmal fiel der Eröffnungstag für die Gruppe, am 13. Juni, auf den Fatimatag. Darum kamen zum abendlichen Gottesdienst und anschließender Lichterprozession, auch viele Gottesdienstbesucher aus der Umgebung.
Bruder Klaus von der Flüe, Patron der Gebetswache
Der Heilige Nikolaus von Flüe ist ein gutes Beispiel für das "Wachen und Beten in der Gegenwart Gottes". Als Beter wurde er ein Friedensstifter, der in den politischen und gesellschaftlichen Konflikten seiner Zeit der Versöhnung und dem gerechten Ausgleich Wege bahnte und die Schweiz seit über 500 Jahren nicht mehr in einen Krieg verwickelt wurde. Betend wurde er zum Deuter der Zeichen der Zeit, betend gab er Antwort auf die Herausforderungen der Zeit. Klaus war ein politischer Mensch, weil seine Nähe zu Gott ihn ganz offen machte für die Nöte der Menschen, für das politische Geschehen, für die Gestaltung der Zukunft.
Wie hat das alles begonnen?
Im September 1955 hatte eine Gruppe von 35 Männern aus der Erzdiözese Freiburg in der Ranft von Bruder Klaus (bei Sachseln in der Schweiz) die Reise von Bundeskanzler Dr. Konrad Adenauer nach Moskau betend begleitet. Das Ergebnis der Reise war die Freilassung der letzten deutschen Kriegsgefangenen aus Russland. Dieses Ereignis hat die Gebetswache auf dem Lindenberg stark geprägt. Der damalige Diözesanmännerseelsorger Prälat Alois Stiefvater war es, der die Anregung dazu gab, nach dem Vorbild der Gebetswache auf dem Odilienberg im Elsass auch auf dem Lindenberg im Schwarzwald eine Männergebetswache zu initiieren. Er unterstützte und inspirierte die Männer der ersten Stunde in ihrem Zeugnis des Glaubens und ihrem Dienst des Gebets für den Frieden der Welt.
Friedensglocke Heiliger Bruder Klaus
Am Sonntag den 20. Juli 2025 wurde als sichtbares Zeichen für das Friedensanliegen der Gebetswache auf dem Lindenberg eine Friedensglocke durch Erzbischof Stephan Burger geweiht. Sie steht hinter dem Wallfahrtsplatz bei der Wallfahrtskirche in einem Glockenhäuschen.
Die Männer der Gebetswache läuten diese Glocke jeden Mittag nach dem Gottesdienst in der Wallfahrtskirche, damit der Klang das Friedensanliegen in die Welt trägt. Klaus Mann

