Gemeinsam in die zukünftige Kirchengemeinde

Kirche auf dem Weg in die Zukunft

Kirchengemeinde: Klausurtagung des kath. Pfarreirates. Die Errichtung der neuen Kirchengemeinde „Mittlere Kurpfalz“ bringt für alle Beteiligten viel Neues mit sich und erfordert in vielerlei Hinsicht ein Umdenken und Loslassen von bisherigen Gewohnheiten. Auf dem Weg sein – und die Menschen dazu einbinden, prägten die inhaltliche Arbeit der ersten Pfarreiratsklausur in diesen Tagen.

Neugierig auf die gemeinsame Zeit und vor allem auch das bessere gegenseitige Kennenlernen standen im Vordergrund. Mit Statistiken aus der Erzdiözese und unseren Kirchengemeinden hielt Jens Gomm zum Einstieg die nicht ganz einfache Situation kirchlichen Lebens den Räten vor Augen. Deutlich wurde: die Volkskirche, mit der viele von uns aufgewachsen sind, gibt es so nicht mehr. Ein „Weiterso“ wird nicht in die Zukunft tragen.
„Seht wie das Land beschaffen ist, wo das Volk wohnt“, diese alttestamentarische Bibelstelle aus dem Buch Numeri spannte den Bogen in unser Hier und Heute. Zu allen Zeiten haben sich Menschen auf den Weg gemacht, um den Horizont zu weiten, Kundschafter wurden vorausgeschickt – so erzählt es die Bibel. Auch die Pfarreiräte sollten Kundschafter sein, in verschiedene Rollen der Gemeindemitglieder schlüpfen – jeglichen Alters und Institutionen. Kindergarten, Erstkommunion, Firmung, Frauengemeinschaft, Ministranten, Senioren – vieles war vertreten. Argumente pro und contra, Bedürfnisse erkennen, positiv das Neue bewerben – das Rollenspiel bot Raum, im Hören aufeinander die eigene Perspektive zu weiten. Symbolisch dazu ein gelegter Weg, die Landkarte der Mittleren Kurpfalz mit ihren Orten in der Mitte und die Karten der jeweiligen Rollen dazu verteilt.
 
Eine Erkenntnis – die vielen Angebote kirchlichen Lebens in der Mittleren Kurpfalz – vor allem auch auf sozialer Ebene – sollen besser kommuniziert werden. Dazu die Gemeindemitglieder mit ins Boot holen und die jüngeren mit neuen Ideen zum Mitgestalten begeistern.
 
Angenehme und zugleich im Glauben bestärkende Unterbrechungen boten Liedtexte, begleitet von Pfarrer Christian Müller am eigens dazu mitgebrachten Keyboard. Bei aller thematischen Arbeit kam die Geselligkeit nicht zu kurz mit persönlichen Gesprächen und Gedankenaustausch, mal heiter und gerne auch tiefsinnig.
 
Die Kundschafter in der biblischen Erzählung kehrten symbolisch mit „Trauben“ zurück, die sichtbar machten, dass es sich lohnt, ins Neue aufzubrechen. Und trotzdem bleiben Sorgen und Befürchtungen, die zurückhalten und den Aufbruch nicht leicht machen – auf allen Ebenen, im Pfarreirat wie in den Gemeinden. Der Weg in die Zukunft birgt viel Ungewisses und es gibt den Hang zum Gewohnten - aber die Hoffnung auf Neues und das Vertrauen auf Gott, der diesen Weg mit uns geht, stärkt den Blick in die Zukunft.
 
Die gemeinsam verbrachte Zeit während der Klausur stärkte den Zusammenhalt im Pfarreirat und bot eine gute Basis für weiteres gemeinsames Wirken, den Herausforderungen zu begegnen mit all den vielen Fragen und Themen, die angegangen werden müssen.
Marianne Faulhaber