Gemeinsam in die zukünftige Kirchengemeinde

Geweihte Kräuter zu Mariä Himmelfahrt

Brühl/Ketsch: Würdigung der Natur und Schöpfung. In der Wandlung liegt die Zukunft von allem, was lebt. Wenn ein Samenkorn in die Erde fällt, muss es vergehen, damit etwas Neues wachsen und gedeihen kann. In der Blüte reifen wieder neue Samen, die dann ausgesät werden. 

Die Blumen und Kräuter, die wir heute weihen, sind wunderbare Zeichen dieser Wandlung und verbinden uns mit der Vielfalt der Natur und dem Respekt vor der Schöpfung.
Im Gedenken der Himmelfahrt Mariens weihen wir traditionell die Kräutersträußchen, die in Körbe gefüllt vor dem Altar stehen.
Mit einem reichlichen Weihwasserregen segnete Pfarrer Walter Sauer zum Eingang der Gottesdienste – am Samstagabend in Hl. Schutzengel Brühl und am Sonntagmorgen in St. Sebastian Ketsch die gebundenen Sträußchen aus verschiedenen Kräutern, die alle ihre eigene Symbolkraft haben. Eine besondere Dankbarkeit lässt sich beim Anblick der reichlichen Fülle empfinden, die trotz des trockenen Sommerwetters zusammengetragen und gesammelt wurde.
Der Legende nach haben die Jünger Jesu, als sie das Grab Mariens öffneten, darin nicht den Leichnam, sondern Rosenblüten und Kräuter gefunden. Daraus entwickelte sich der Brauch – etwa seit dem 10. Jahrhundert – Kräuter an Mariä Himmelfahrt zu weihen.  Der Überlieferung nach sollen es 7 Kräuter sein, symbolisch für die Schöpfungstage. Zum trocknen im Haus aufgehängt, soll das geweihte Kräuterbüschel Mensch und Tier vor Unheil bewahren.
Die Aufnahme Mariens in den Himmel, ihre Verehrung mit besonderer Liebe und Wertschätzung, prägte auch in musikalischer Form die Gottesdienste. Mit Frank Meiswinkel an der Orgel in Brühl und der Gruppe „Neue Lieder“ in Ketsch waren die Gläubigen zum mitsingen eingeladen. Die Gruppe um Annette Meixner am Keyboard, dazu noch Querflöte und Gitarre mit kleinem Chor vereinte neue, auch ökumenische Lieder und bekannte Marienlieder in ihrem Repertoire.
Zum Ende der Messfeiern fanden die Kräutersträußchen dankbare Abnehmer, auch an zuhause gebliebene wird dabei gerne gedacht. Großzügig wurde dazu auch gespendet, in Ketsch für die Arbeit der Missionsgruppe St. Sebastian. Für die in Brühl von Maria Herschlein und Veronika Pfister gesammelten und gebundenen Kräuter wird mit den Spenden die Karl-Hemmer-Stiftung Freiburg bedacht.
Allen, die daran ihren Anteil haben – vom fleißigen Kräutersammeln, Sträußchen binden bis hin zu den Spenden – sei auf das herzlichste gedankt.
Marianne Faulhaber